Die ersten Aufträge sind in Aussicht, der Firmenname steht, und jemand fragt nach Ihrer Website. Gleichzeitig müssen Sie Offerten schreiben, Material organisieren und das Geschäft aufbauen. Der digitale Start braucht jetzt vor allem eine brauchbare Reihenfolge.
Unser Vorschlag: Legen Sie zuerst fest, wie eine interessierte Person zur Anfrage kommt. Sichern Sie dann Domain und Zugänge, richten Sie die Kommunikation ein und sammeln Sie die Inhalte. Gestaltung und zusätzliche Funktionen lassen sich danach viel gezielter entscheiden.
Was soll nach dem Website-Besuch passieren?
Schreiben Sie einen Satz auf: «Eine Person, die unsere Website besucht, soll …» Ergänzen Sie eine konkrete Handlung. Eine Offerte anfragen, einen Termin buchen oder ein Produkt bestellen sind unterschiedliche Aufgaben. Davon hängen Inhalt, Aufbau und Technik ab.
Notieren Sie ausserdem, für wen das Angebot passt und welche Aufträge Sie vorerst nicht übernehmen. Diese Abgrenzung hilft beim Schreiben. Für eine einzelne, leicht erklärbare Leistung kann eine Seite genügen. Mehrere Angebote mit unterschiedlichen Fragen brauchen oft eigene Einstiege. Die Kostenfolgen erklären wir im Beitrag zur ersten Firmenwebsite.
Domain und Zugänge gehören in Ihre Übersicht
Eine Domain ist Ihre Adresse im Internet. Prüfen Sie, ob sie sich am Telefon verständlich sagen lässt und ob jemand sie nach einmaligem Hören richtig schreiben könnte. Eine freie Domain sagt noch nichts darüber aus, ob der Name rechtlich für Ihr Unternehmen nutzbar ist. Klären Sie die Namenswahl, bevor Sie alles darauf aufbauen.
Für eine .ch-Domain führt Switch eine Liste der Registrare. Vergleichen Sie beim gewählten Anbieter auch die Verlängerungskosten und den Ablauf eines späteren Wechsels. Unser praktischer Rat: Lassen Sie sich bestätigen, wer als Inhaber eingetragen ist und wie Sie selbst Zugriff erhalten. Eine Agentur kann die Verwaltung übernehmen; die Zuständigkeit sollte trotzdem klar dokumentiert sein.
- Registrar, Domaininhaber und Verlängerungstermin festhalten.
- Ein eigenes Administrationskonto und eine erreichbare Wiederherstellungsadresse einrichten.
- Mehrfaktor-Anmeldung aktivieren, wo sie angeboten wird.
- Zugänge im Passwortmanager ablegen; keine Passwörter ins Projektbriefing schreiben.
Wer liest die erste Anfrage?
Entscheiden Sie, welche geschäftliche E-Mail-Adresse nach aussen erscheint und wer das Postfach betreut. Eine gemeinsame Adresse braucht eine klare Verantwortung: Wer antwortet, wer übernimmt bei Abwesenheit, und wo halten Sie fest, dass die Anfrage bereits bearbeitet wird?
Domain, Website-Hosting und E-Mail können bei unterschiedlichen Anbietern liegen. Halten Sie für jeden Dienst fest, wofür er zuständig ist. Fragen Sie beim Website-Wechsel ausdrücklich, ob bestehende Postfächer und deren Einstellungen erhalten bleiben.
Testen Sie Versand und Empfang vor dem Start, einschliesslich Antworten auf Formularnachrichten. Falls dabei etwas fehlt, hilft unsere Checkliste für E-Mail-Zustellprobleme. Ein sichtbarer Erfolgshinweis im Formular ist noch kein Beleg dafür, dass jemand die Anfrage im Postfach erhalten hat.
Welche Inhalte müssen Sie vorbereiten?
Sammeln Sie zuerst Material, mit dem eine fremde Person Ihr Angebot verstehen kann. Sie müssen dafür keine fertigen Werbetexte liefern. Verständliche Stichpunkte und Antworten auf echte Kundenfragen sind eine gute Arbeitsgrundlage.
- Angebot: Was übernehmen Sie konkret, und für wen?
- Ablauf: Was passiert nach einer Anfrage? Welche Angaben brauchen Sie?
- Gebiet und Verfügbarkeit: Wo arbeiten Sie, und welche Zeiten können Sie tatsächlich zusagen?
- Vertrauen: Wer steht hinter der Firma? Welche eigenen Bilder oder freigegebenen Arbeitsbeispiele können Sie zeigen?
- Kontakt und Daten: Welche Betreiberangaben, Formulardaten und eingebundenen Dienste muss die Umsetzung berücksichtigen?
Verwenden Sie Bilder und Kundenstimmen nur mit den nötigen Rechten und Freigaben. Wenn Sie noch keine Referenzen haben, zeigen Sie lieber einen nachvollziehbaren Ablauf und erklären Ihre Erfahrung konkret. Eine erfundene Kundengeschichte macht den Start nicht glaubwürdiger.
Legen Sie für offene Punkte eine zuständige Person und einen Termin fest. «Fotos fehlen» ist schwer zu bearbeiten. «Ich liefere bis Freitag drei eigene Bilder unserer Arbeit» ist ein klarer nächster Schritt.
Testen Sie den ganzen Weg zur Anfrage
Öffnen Sie die fertige Seite auf Ihrem Handy und bitten Sie zusätzlich jemanden, der nicht am Projekt beteiligt war, um einen kurzen Test. Erklären Sie vorher nichts. Lassen Sie die Person sagen, was die Firma anbietet und wie sie Kontakt aufnehmen würde.
- Ist das Angebot ohne Vorwissen verständlich?
- Sind Texte, Bilder und Bedienelemente auf dem Handy lesbar und erreichbar?
- Führen Kontaktlinks und Formular zum richtigen Ziel?
- Kommt eine als Test markierte Anfrage an, und funktioniert die Antwort?
- Weiss jemand, wie spätere Änderungen und Störungen bearbeitet werden?
Für einen Betrieb mit persönlichem Kundenkontakt kommt danach das Google Unternehmensprofil infrage. Planen Sie auch nach der Veröffentlichung einen festen Termin, um Angaben, Anfragen und offene Verbesserungen durchzugehen.
Ihr digitaler Start auf einer Seite
Das Arbeitsblatt fasst Ziel, Domain, Kommunikation, Inhalte und Starttest zusammen. Drucken Sie es aus und ergänzen Sie die offenen Aufgaben. Es eignet sich auch als Grundlage für das erste Briefing mit Ihrem Website-Anbieter.
Wenn eine erste Seite zu Ihrem Vorhaben passt, finden Sie bei Nokk Firmenstart den Umfang und die nächsten Schritte. Das ausgefüllte Blatt hilft Ihnen auch dann weiter, wenn Sie die Website selbst umsetzen.